Kryptosteuerkompass

Opfer von Krypto-Betrug: was jetzt zu tun ist

Stand: · Keine Steuer- oder Anlageberatung

Auf dieser Seite (6)
  1. Was Sie jetzt tun sollten
  2. Offizielle Anlaufstellen
  3. Vorsicht: Recovery-Betrug
  4. Welche Belege brauchen Sie?
  5. Kann ich den Verlust steuerlich geltend machen?
  6. Nächster Schritt

Das Wichtigste in Kürze

Zahlen Sie nichts mehr, sichern Sie alle Belege, informieren Sie sofort Ihre Bank und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Melden Sie die Plattform der BaFin. Und: Wer sich nach dem Schaden meldet und gegen Vorkasse Ihr Geld „zurückholen“ will, ist fast immer der nächste Betrüger.

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten

    Überweisen Sie nichts mehr – auch keine „Gebühren“, „Steuern“ oder „Freischaltbeträge“ für eine angebliche Auszahlung.

  2. Beweise sichern

    Speichern Sie Chatverläufe, E-Mails, Website-Adressen, Wallet-Adressen, Transaktions-IDs (TxID), Kontoauszüge und Screenshots.

  3. Bank bzw. Zahlungsdienst sofort informieren

    Bei Überweisungen oder Kartenzahlungen kann Ihre Bank in manchen Fällen noch Rückrufe oder Rückbuchungen versuchen – je früher, desto besser.

  4. Anzeige bei der Polizei erstatten

    Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Internetwache Ihres Bundeslandes.

  5. Plattform oder Anbieter melden

    Melden Sie unerlaubte Finanz- oder Kryptoangebote der BaFin und informieren Sie den Kryptodienstleister, über den Sie Geld an die Täter geschickt haben.

  6. Zugänge sichern

    Ändern Sie Passwörter, aktivieren Sie Zwei-Faktor-Schutz, entfernen Sie Fernwartungs-Software und widerrufen Sie Token-Freigaben (Approvals).

Offizielle Anlaufstellen

  1. Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft (Onlinewache)

    Nicht auf Betrüger reagieren, Anzeige bei Polizei/Staatsanwaltschaft erstatten

    Onlinewachen der Länder · polizei.de: Onlinewache

    Quelle: bafin.de · geprüft 27.10.2026

  2. Bafin-Verbrauchertelefon

    Inland: 0800 2 100 500 · Ausland: +49 (0) 228 299 70 299 · kostenfrei

    Die BaFin warnte (September 2026) vor gefälschten Anrufen im Namen des Verbrauchertelefons: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Verbrauchermitteilung/weitere/2026/meldung_2026_09_18_betrug_mit_bafin_rufnummer.html

    Quelle: bafin.de · geprüft 27.10.2026

  3. Beschwerde bei der Bafin (nur über beaufsichtigte Unternehmen)

    Online-Formular; die BaFin bearbeitet nur Beschwerden über von ihr beaufsichtigte Unternehmen

    Quelle: bafin.de · geprüft 27.10.2026

  4. Schlichtungsstellen / Bafin-Schlichtungsstelle

    Außergerichtliche Streitbeilegung; die Bafin-Schlichtungsstelle nur, wenn keine anerkannte private Verbraucherschlichtungsstelle zuständig ist; für Verbraucher kostenlos

    Quelle: bafin.de · geprüft 27.10.2026

  5. Verbraucherzentrale (Beratung vor und nach einer Investition)

    Die BaFin empfiehlt eine Beratung bei den Verbraucherzentralen

    Quelle: bafin.de · geprüft 27.10.2026

Nur offizielle Stellen. Wir verweisen nicht auf private „Rückholdienste“ und nehmen von solchen Diensten kein Geld.

Vorsicht: Recovery-Betrug

Warnungen der Behörden vor Recovery-Betrug

BehördeWarnungDatum
FBI IC3Fiktive Anwaltskanzleien bieten Opfern von Krypto-Betrug an, „Gelder zurückzuholen“Fiktive Anwaltskanzleien nehmen Opfer von Krypto-Betrug ins Visier, kombinieren mehrere Ausbeutungstaktiken und bieten an, Gelder zurückzuholen (I-081325-PSA) ic3.gov13.08.2025
FBI IC3Vorsicht vor Anbietern, die versprechen, Gelder zurückzuholenFBI-Leitfaden für Opfer von Krypto-Betrug ic3.gov24.08.2023
FBI IC3Opfer von Krypto-Anlagebetrug werden zum Ziel von Recovery Scams ic3.gov2026 (IC3 Annual Report 2025)
BaFinJahre später rufen sie mit „gefundenem“ Geld an und verlangen Steuern/Gebühren; sie geben sich als Behörden ausRecovery Scam / Betrug nach dem Betrug bafin.de–
BaFinDie Chance, das Geld zurückzubekommen, ist minimal; Betrüger nehmen erneut Kontakt zum Opfer aufRecovery Scam (betrügerische Handelsplattformen) bafin.de–

Welche Belege brauchen Sie?

BelegWo Sie ihn finden
Transaktions-IDs (TxID) und EmpfängeradressenWallet-Verlauf, Börsen-Export, Block-Explorer
Kontoauszüge, KartenbelegeOnline-Banking
Website-Adressen, Screenshots, ChatsBrowser, Messenger (Chatverlauf exportieren)
Namen, Telefonnummern, E-Mails der KontaktpersonenAnrufliste, Postfach

Kann ich den Verlust steuerlich geltend machen?

Verluste durch Betrug sind keine Veräußerung im Sinne von § 23 EStG; das BMF-Schreiben 2025 regelt den Fall nicht ausdrücklich. Ob und wie sich der Schaden steuerlich auswirkt, sollte eine Steuerberaterin oder ein Lohnsteuerhilfeverein im Einzelfall prüfen. Die Polizeianzeige ist dafür in jedem Fall ein wichtiger Nachweis.

Nächster Schritt

Kryptosteuerkompass ist ein offenes, nichtkommerzielles Informations- und Nachschlageprojekt auf Basis amtlicher Quellen (EStG, BMF-Schreiben, BaFin, ESMA) ohne Unternehmensstruktur. Eventuelle Werbelinks sind mit * gekennzeichnet und beeinflussen weder Daten noch Darstellung. Transparenz · Methodik

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Die Inhalte sind allgemeine Sachinformationen und keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Rechner liefern unverbindliche Schätzungen nach offengelegten Gesetzesformeln.